Visualisierung von Predigtinhalten ↑
Eine Arbeitsgruppe aus dem Kreis des Lenkungsgremiums hatte sich zusammengefunden und überlegt, wie Predigtinhalte auch Menschen vermittelt werden könnten, die in reinen Wortgottesdiensten nicht unmittelbar erreicht werden. Vordenker und maßgeblicher Mitgestalter der ersten Ideen war der Pädagoge und Beauftragte des damaligen Bezirks Ruhr-Emscher, Priester Werner Bohnen, der seine ersten Grundsatzüberlegungen in die Arbeitsgruppe einbrachte.
Statt einer im Vordergrund stehenden verbal-kognitiven Form der Verkündigung sollten Elemente der sinnlichen Wahrnehmung zur Geltung kommen, die Anschauung zulassen. Die begleitende Sprache sollte möglichst den Richtlinien für Einfache Sprache entsprechen, wobei die elementare Liturgie unverändert bleiben sollte.
Daag voor de Koningskinderen ↑
Werner Bohnen berichtete von dem jährlich in den Niederlanden stattfindenden "Daag voor de Koningskinderen". Der damalige Bischof Hans Kamstra hatte sich als Pädagoge besonders der Seelsorge seiner Glaubensgeschwister mit kognitiven Einschränkungen angenommen. Ein interaktives Gottesdienstmodell stand bald Pate für die Überlegungen der Arbeitsgruppe.
Gottesdienste in Einfacher Sprache ↑
Im November hielt Apostel Rainer Storck den ersten Gottesdienst in Einfacher Sprache. Thema des Gottesdienstes: "Der Herr ist mein Licht." Zu an der Altarrückwand projizierten Bildern - einer Sonne, einem Kaminfeuer, einem Leuchtturm und einer Ampel - erläuterte er in der Predigt in einfachen und kurzen Sätzen gemäß den Regeln der Einfachen Sprache die verschiedenen Wirkweisen des Lichtes und transferierte die Bilder auf das Wirken Gottes, der das Licht ist.
Nach drei Jahren endete das Projekt ↑
Gottesdienste in Einfacher Sprache für Menschen mit kognitiven Einschränkungen würden von vielen als Bereicherung und Stärkung empfunden und können der Begegnung und dem Austausch dienen. Sie seien jedoch kein Ersatz für das Bemühen um inklusive Seelsorge, so formulierte der sich inzwischen in Erarbeitung befindliche Leitfaden "Seelsorge an Menschen mit Behinderungen."
Zudem kam der hohe Aufwand zur Planung eines solchen Gottesdienstes als ein weiteres Argument dafür dazu, das über fast drei Jahre mit je vier Gottesdienstes an unterschiedlichen Orten verfolgte Gottesdienstmodell nicht weiter fortzusetzen.
Einfache Sprache mit Entwicklungspotenzial ↑
Der Einsatz der Einfachen Sprache in Gottesdiensten und Veranstaltungen spielt in der Neuapostolischen Kirche nach wie vor eine wichtige Rolle. Mittlerweile setzt die KG Inklusion auf entsprechende Fortbildungsangebote für Geistliche in der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland. So soll gewährleistet sein, dass in den Gemeinden, in den Menschen mit kognitiven Einschränkungen zuhause sind, mindestens ein Predigtbeitrag in Einfacher Sprache gehalten wird. In Absprache mit den Bezirksvorstehern wird der Einsatz priesterlicher Ämter in den Gottesdiensten für Predigtbeiträge in Einfacher Sprache gemanagt.
Die monatlich erscheinende Kirchenzeitschrift „neuapostolisch – das Kirchenmagazin“ bietet eine Zusammenfassung des Stammapostelgottesdienstes in Einfacher Sprache. an.
Einige Flyer der Neuapostolischen Kirche International werden zurzeit in einer Fassung in Leichter Sprache erstellt. Sobald sie verfügbar sind, werden sie hier veröffentlicht. Gerald Rockenfelder vom Lenkungsgremium koordiniert zusammen mit Fachleuten diese Arbeit.
Einige Grundregeln zur Einfachen Sprache stehen hier zum Download zur Verfügung.
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