Einfach Sprache
Von der Idee zur Tat - ein langer Weg

Am Anfang war das Wort - so hieß es auch in der Arbeitsgruppe, die sich etwa ab 2010 damit beschäftigte, wie ein Gottesdienst für Menschen mit kognitiven Einschränkungen - also mit Beeinträchtigungen hinsichtlich ihrer Wahrnehmung, ihres Denkens und Verstehens - gestaltet werden könnten.

 

Visualisierung von Predigtinhalten

Eine Arbeitsgruppe aus dem Kreis des Lenkungsgremiums hatte sich zusammengefunden und überlegt, wie Predigtinhalte auch Menschen vermittelt werden könnten, die in reinen Wortgottesdiensten nicht unmittelbar erreicht werden. Vordenker und maßgeblicher Mitgestalter der ersten Ideen war der Pädagoge und Beauftragte des damaligen Bezirks Ruhr-Emscher, Priester Werner Bohnen, der seine ersten Grundsatzüberlegungen in die Arbeitsgruppe einbrachte.

Statt einer im Vordergrund stehenden verbal-kognitiven Form der Verkündigung sollten Elemente der sinnlichen Wahrnehmung zur Geltung kommen, die Anschauung zulassen. Die begleitende Sprache sollte möglichst den Richtlinien für Einfache Sprache entsprechen, wobei die elementare Liturgie unverändert bleiben sollte.

Daag voor de Koningskinderen

Werner Bohnen berichtete von dem jährlich in den Niederlanden stattfindenden "Daag voor de Koningskinderen". Der damalige Bischof Hans Kamstra hatte sich als Pädagoge besonders der Seelsorge seiner Glaubensgeschwister mit kognitiven Einschränkungen angenommen. Ein interaktives Gottesdienstmodell stand bald Pate für die Überlegungen der Arbeitsgruppe. 

Gottesdienste in Einfacher Sprache

Im November hielt Apostel Rainer Storck den ersten Gottesdienst in Einfacher Sprache. Thema des Gottesdienstes: "Der Herr ist mein Licht." Zu an der Altarrückwand projizierten Bildern - einer Sonne, einem Kaminfeuer, einem Leuchtturm und einer Ampel - erläuterte er in der Predigt in einfachen und kurzen Sätzen gemäß den Regeln der Einfachen Sprache die verschiedenen Wirkweisen des Lichtes und transferierte die Bilder auf das Wirken Gottes, der das Licht ist.